Dienstag, 31. März 2015

Mit Rosen bedacht - Jennifer Benkau



Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (12. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3431039154
ISBN-13: 978-3431039153
Empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Preis: 14,99 €

Kurzbeschreibung (Verlag):
Ein Unfall zerstört Wandas heile Welt: Ihr Verlobter, den sie in wenigen Tagen heiraten wollte, wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Niemand weiß, ob er je wieder aufwachen wird. Als Wanda versucht, Karims Angelegenheiten zu regeln, stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten in seinem Leben. Tiefer und tiefer dringt sie in ein Netz aus Lügen und Geheimnissen vor, bis sie sich fragen muss: Wer ist Karim wirklich? Hat sie ihren Geliebten je gekannt? Schließlich kommt Wanda einem entsetzlichen Verbrechen auf die Spur, und alles deutet darauf hin, dass Karim große Schuld auf sich geladen hat. Doch während seine Augen geschlossen bleiben, schwebt Wanda bald selbst in höchster Gefahr …

Meine Meinung:
In wiefern kennt man den Menschen, den man heiraten möchte wirklich? Kennt man einen Freund, eine Freundin, Geschwister, Mutter oder Vater wirklich? Kennt man sich selber? Alles Fragen, denen Wanda sich urplötzlich stellen muss. Ein Lernprozess, der Wunden aufreißt, Wunden verschließt. Ein Lernprozess, der jedoch für Wanda unumgänglich ist. 
Fragen, die sich auch die Leser nach Beenden dieses Romanes stellen werden.

—-Ich kann dich nicht mehr gehen lassen, hatte er in der Nacht unserer Verlobung zu mir gesagt, weil du der einzige Mensch auf der ganzen Welt bist, mit dem ich zusammen allein sein kann.—- (S.48)

Jennifer Benkau entführt uns in Wandas Welt. 
Eine fröhliche, aufgeschlossene junge Frau kurz vor der Hochzeit stehend - am Boden liegend. 
In zwei verschiedenen Handlungssträngen erleben wir hautnah mit, was Wanda widerfährt und wie sie versucht damit umzugehen. Einerseits befinden wir uns im Hier und Jetzt - also mehr oder weniger an Karims Krankenbett und bei Wandas verzweifelten Versuchen seine gesetzlich vorgeschriebenen „Angelegenheiten“ zu ordnen, wobei sie Dinge entdeckt, die sie nie für möglich gehalten hätte. 
Andererseits dürfen wir an Wandas und Karims schönsten Stunden teilhaben. Denen, als sie sich „kennen“ und lieben gelernt haben. 

Als perfekten Schachzug empfinde ich hier die umgekehrt gewählten Zeitformen. Das Hier und Jetzt erzählt Wanda als Ich-Erzählerin in der Vergangenheit, und die eigentliche Vergangenheit wird zur Gegenwart. Das hat zur Folge, dass man als Leser noch näher an Wandas Gefühle herankommt, sie besser versteht, ihr glaubt, mit ihr mitfiebert und sie einfach gern haben muss. 

Bemerkenswert auch, dass die Geschichte, in beiden Strängen, in fast identischem Tempo, an Fahrt aufnimmt, zusehends spannender und fesselnder wird. 
Am Anfang, als Wanda erfährt, dass Karim einen Unfall hatte wirkt sie ein wenig apathisch und eher ruhig - auch eher ruhig, finden die ersten Treffen von Wanda und Karim statt. In beiden Fällen ist alles ungewohnt, neu, fremd und man spürt deutlich die Unsicherheit.
Mit zunehmender Seitenzahl schleichen sich gleichermaßen Misstrauen, Hoffnungslosigkeit, Ungeheuerlichkeiten und  lautere  Töne ein, aber auch  ein noch tieferes Vertrauen. Ein Strudel an scheinbaren Unwirklichkeiten, die trotz aller Härte letztendlich sanft und ehrlich wirken.

—-„Hendrik hat recht“, sagte ich leise und blickte in meinen Tee. Der Dampf erstarb langsam wie versagender Atem.—-(S. 265)

Jennifer Benkaus Schreibstil ist einfach super schön und vielseitig. Was sie schreibt lässt sich flüssig lesen und geht unter die Haut. Sie schafft es oft, mit ein und demselben Wort gleichzeitig Geborgenheit, Hilflosigkeit, Wut und Liebe auszudrücken. Dazu legt sie jeweils eine Schippe Melancholie, Sarkasmus und Poesie, und schon ist eine rundum gelungene Geschichte geboren.

—-„Karim. Du musst, verdammt noch mal, jetzt aufwachen. …“Er musste gar nichts. Er besaß nicht einmal den Anstand, einen schnelleren Herzschlag zu bekommen. … —- (S. 242)

Fazit:
Eine erfrischend andere Geschichte. Eine Geschichte, die das Leben immer und überall, jederzeit, genau so schreiben könnte. Aber das Leben ist in dieser Hinsicht faul und sucht sich Schreiberlinge, die das machen. Eine beinahe gewöhnliche Geschichte von einer außergewöhnlichen Geschichtenerzählerin imposant zwischen zwei Buchseiten gebannt.
Meine persönliche Empfehlung an alle Geschichtenliebhaber, egal ob männlich, weiblich, jung oder alt.
Aufwühlend, emotional. Ein Buch, das einem lange im Gedächtnis bleiben wird.




Außerdem möchte ich noch auf das Hörbuch aufmerksam machen. Ich habe es mir angehört und war absolut begeistert. Nicole Engeln hat wunderbar gelesen und der Story mit ihrer Stimme gefühlsmäßig sogar noch ein bisschen mehr Tiefe verliehen.
LÜBBE AUDIO
HÖRBUCH, BEARBEITET
BEZIEHUNGSROMANE
434 MINUTEN
AB 16 JAHREN
ISBN: 978-3-7857-5087-2

ERSTERSCHEINUNG: 12.03.2015



Bewertung (Buch und Hörbuch)





Ankündigung zur Blogtour: Märchenzauber - Mila Brenner



Hallo liebe Leser,
heute möchte ich euch schon mal auf die Blogtour zu Mila Brenners "Märchenzauber" hinweisen. Der Startschuss fällt am 06.04.2015 mit der Buchvorstellung und enden wird die Tour mit der Bekanntgabe der tollen Gewinne, die ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet, am 12.04.2015 




Einige von euch kennen Mila Brenner (Pseudonym) sicher unter ihrem Bloggernamen Lilly, denn sie ist die Betreiberin des zauberhaften Blogs



Um dieses märchenhafte Werk geht es ...


... und diese tollen Preise könnt ihr gewinnen :-)



Schaut unbedingt rein - es lohnt sich.

Hier nochmal alle Links der Blogtourteilnehmer auf einen Klick:

  06.04.2015 -  Buchvorstellung -  Traumbuchfänger 
07.04.2015 -  Die Hauptfigur (Interview mit Rina) -  Lielan-reads
 08.04.2015 -  Der Handlungsort  -  Katja's Bücherwelt 
  09.04.2015 -  Die Autorin (Interview) -  MacBaylies-Bücherkiste 
 10.04.2015 -  Boulder Lovestory (Weiter Bücher) - Lesegenuss 
  11.04.2015 -  Rezension zum Buch auf allen teilnehmenden Blogs 
12.04.2015 -  Bekanntgabe der Gewinner -  Lillys Corner 

Liebe Grüße
MacBaylie


Finstermoos 02 - Am schmalen Grat - Janet Clark



Broschiert: 208 Seiten
Verlag: Loewe (9. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785577494
ISBN-13: 978-3785577493
Empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
Preis: 9,95 €

Zweiter Teil einer 4-teiligen Serie
Bitte nur lesen, wenn Teil 1 - Aller Frevel Anfang - schon bekannt ist.
HIER meine Meinung zu Teil 1

Kurzbeschreibung (Verlag):
Die Spannung hält an! Der zweite Band von Janet Clarks Thrillerserie rund um das geheimnisumwitterte Feriendorf Finstermoos lässt Lesern den Atem stocken. Gemeinsam mit Basti, Luzie und Valentin macht Mascha sich in der unberechenbaren Bergwelt auf die Suche nach ihrer Mutter. Doch schon kurz nach ihrem Aufbruch stoppt unerwartet der Lift, der sie über eine gefährliche Schlucht bringen soll. Nachdem Mascha und ihre Freunde den Abend über in schwindelerregender Höhe ausharren mussten, setzt sich der Lift nach Sonnenuntergang plötzlich wieder in Bewegung. Aber statt erleichtert zu sein, kann Mascha an nichts anders denken als an das Gespräch, das sie wenige Stunden zuvor belauscht hat und in dem sie und ihre Mutter bedroht wurden. Hat einer der heimtückischen Männer den Lift bedient? Und wartet er womöglich nur, bis sie direkt zu ihm an den Ausstieg gebracht werden?

Meine Meinung:
Mit einer kleinen Rückblende „Was bisher geschah“ starten wir in diesen zweiten Teil der Reihe. Nahtlos knüpft dieser dann an Teil 1 an.
Es geht super spannend weiter und wer denkt, die Autorin würde den vier Freunden mal etwas Ruhe gönnen, damit sie ihre schlimmen Erlebnisse verarbeiten können, täuscht sich. Weiterhin trachtet irgendjemand den vieren nach dem Leben und das Wetter scheint sich ebenfalls gegen sie verschworen zu haben. Es blitzt, donnert, stürmt und schneit.
Sie machen gruselige Entdeckungen, stellen Fragen aber finden kaum Antworten.
Verraten werde ich natürlich nichts, aber eins der vielen Rätsel wird zumindest schon mal aufgelöst. Dafür bleiben unendlich viele neue Fragen und wir tappen weiterhin im Dunkeln. 
Teil 3 (erscheint im Juni) lässt ja glücklicherweise nicht lange auf sich warten und ich freue mich jetzt schon sehr darauf.

Fazit:
Eine sehr gelungene Fortsetzung. Spannungsgeladen geht es weiter.


Bewertung



Dienstag, 17. März 2015

Leipziger Buchmesse 2015





Leipziger Buchmesse 2015

Bücher, überall Bücher. Was kann es schöneres geben?
Wenn zu den Büchern auch noch die passenden Personen greifbar sind, die all diese wunderbaren Geschichten in die Welt entlassen haben.
Lesen, Lauschen, Entdecken, Fragen stellen, Fragen beantworten und immer wieder staunen. So ungefähr könnte ich die Buchmesse in Kurzfassung beschreiben.
Wer ein bisschen mehr erfahren möchte, darf mich gerne auf meiner kleinen Reise über die Buchmesse begleiten. 

Viel Spaß




Den Anfang in diesem Jahr macht Arno Strobel. Mein Mann nannte ihn passenderweise den Dieter Bohlen der Buchmesse :-)
Mit seinem neuen Jugendthriller "Schlusstakt" begibt Herr Strobel sich in weit entfernte Gefilde. Auf einer kleinen Malediveninsel soll sich entscheiden, welche 10 Kandidaten in die Endrunde der neuen Castingshow "Germany's MegaStar" einziehen werden. Die Regeln sind hart und erbarmungslos, aber jeder der 50 Teilnehmer, die hier übrigens alle mindestens 18 Jahre alt sein müssen, hat den Vertrag dennoch unterschrieben. Ob sie allerdings wussten, auf was sie sich da wirklich einlassen?
Wie geht man damit um, wenn die Trauminsel plötzlich zum Alptraum mutiert?







Ebenfalls beim Loewe Verlag erschienen:
Mechthild Gläsers "Buchspringer"

Eine außergewöhnliche Geschichte, in der es möglich ist, in jedes Buch hineinzuspringen, alles wahrhaftig mitzuerleben, was die auserwählte Story zu bieten hat. Aber kann das gut gehen? Ist es vielleicht ein bisschen wie bei den Zeitreisen, wo jede aktive Einmischung die Zukunft unheilvoll verändern kann?
Wählt man "Das Dschungelbuch"? Oder ist es ratsam sich bei "Dr. Jekyll und Mr Hyde" umzusehen?
Spannende Fragen -und  spannende Geschichten sind garantiert.








Weiter geht es mit einem Buch vom Deutschen Taschenbuch Verlag:
"Nacht ohne Namen" von Jenny-Mai Nuyen

Jenny-Mai Nuyen erzählt die Geschichte von Nicki und Canon, die scheinbar füreinander geschaffen sind. Aber das Wörtchen scheinbar beinhaltet schon, dass es da vielleicht noch jemanden gibt, der das traute Glück erheblich stören könnte. Vielleicht ein Dämon? Noch dazu ein Dämon der in Schwierigkeiten steckt? 







Die erste Abendveranstaltung verbrachten wir in einer wahnsinnig atmosphärischen Umgebung, die besser nicht hätte sein können. Lokation, Beleuchtung, Deko, Auswahl des Autors - Sehr genial. In den Katakomben von Antiquitäten HinrichSINNdreißig las Andreas Winkelmann (Der Züchter :-)) aus seinem neuen Werk "Die Zucht". Atemberaubend spannend brachte er den durchweg angespannten Zuhörern das "Lächeln der Samojeden" näher.
Sehr empfehlenswert ist auch das Hörbuch - gelesen von Simon Jäger.
An dieser Stelle noch mal ein EXTRA LOB an die Veranstalter und natürlich an Andreas Winkelmann, der sein Buch perfekt präsentiert hat.







Da unser Hotel ca 20 km außerhalb lag hatten wir am Samstag Morgen ein mittelschweres Problem das Messegelände zu erreichen. Die Autobahn war wegen eines Unfalls gesperrt und die Umgehungsstraßen waren so voll gestopft - da ging lange, lange, lange gar nichts. 
Immerhin haben wir es dann noch pünktlich zum "LovelyBooks-Treffen" geschafft.
Tja, leider gibt es hier nur ein kleines, schlechtes Foto, da mein Fotograf keine Einladung hatte und derweil auf die Jagt nach Cosplayern ging und ich mit der mini Hutzelkamera sehr weit hinten saß.

LovelyBooks hat sich hier aber echt richtig viel Mühe gegeben und eine klasse Veranstaltung organisiert. 250 geladene Gäste lauschten gespannt einer Diskussion übers Lesen, Bloggen, Verlage, Autoren, Leserunden ... Außerdem hat Bettina Belitz überraschenderweise eine Vor-Vorpremierelesung aus ihrem neuen Buch "Mit uns der Wind" gehalten und zu guter Letzt gab es noch extrem leckere Cupcakes und Goddybags für die Teilnehmer. Super!








Das LovelyBook-Treffen musste ich leider zeitig verlassen - ich hätte gerne noch mit dem ein oder anderen geplaudert, aber Bastei Lübbe lockte mit einer Einladung zum Bloggertreffen bei Jennifer Benkau. Sie stellte ihr neuestes Werk:
"Mit Rosen bedacht" vor.
Wenn man so will, ein Erstlingswerk - ganz ohne Fantasy. Jedoch nicht minder mysteriös.
Dem Cover nach, könnte man annehmen, es handle sich um eine Liebesgeschichte, aber Jennifer stellte das auf sehr sympathische Art richtig. Sie schreibe gerne Liebesgeschichten, aber die spielen meist in den Regionen, wo die Rose ihre Stacheln hat, also da, wo es richtig weh tut.
Das bekommt auch Wanda, die Protagonistin, zu spüren. Sie ist verliebt. Ja, sogar sehr verliebt. Sie steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem märchenhaften Traumprinzen. Doch dann, Knall auf Fall ist alles anders. Eine kurze Unaufmerksamkeit lässt ihren Traum zum Alptraum werden.








Am Abend besuchten wir die LVZ Kriminacht.
Die Kuppelhalle bot einen perfekten Rahmen für die Lesungen.
Moderiert wurde der Abend von Hartwig Hochstein, der das sehr professionell gemacht hat.

Den Anfang machte Susanne Mischke. Sie stellte "Kalte Fährte" (Berlin Verlag) vor.
"Dante und Jessen decken viele Ungereimtheiten auf und machen eine grausige Entdeckung: Hier ist jemand auf einem minutiös geplanten, mit erschreckender Geduld ausgeführten Rachefeldzug und tötet mit der Geduld einer Katze. Still, grausam, unauffällig."

Anschließend las Nicola Förg aus: "Glück ist nichts für Feiglinge" (Piper)
Nicola Förg lässt ihre Protagonistin Sonja nach Island reisen. Dort ist sie auf der Suche nach ihrer Katze Lady GoGo, die mit ihrer Cat-Cam einen Mord gefilmt hat.
Wird Sonja in Isand finden was sie sucht?


Als letzte Autorin dieser ersten Dreiergruppe las Zoë Beck aus ihrem neusten Buch: "Schwarzblende" (Heyne Verlag)
"London. Der Kameramann Niall Stuart wird unfreiwillig Zeuge, als zwei junge Männer einen Soldaten in zivil grundlos angreifen und töten. Niall nimmt die Szene mit seinem Handy auf. Einer der Täter kommt zu ihm, das blutige Messer noch in der Hand, und bekennt, dass er den Mord im Namen Allahs begangen hat. Sein Komplize schwenkt die Flagge des Islamischen Staats"






Nach einer Pause ging es weiter mit Eva Lirot.
Sie las aus dem neuen Buch: "Im Feuer" (fhl Verlag) das sie gemeinsam mit Hughes Schlüter, der auf einer anderen Veranstaltung ebenfalls eine Lesung abhielt, geschrieben hat. 
Frankfurt/Main Airport, VIP-Lounge: Niemand sieht, wie Roger Cappell zu seiner Unterhaltung einen Alukoffer vertauscht. Eigentümer des anderen Koffers ist ein chinesischer Gangsta-Rapper, der die Lounge daraufhin in ein Schlachtfeld verwandelt. Cappell flieht mit dem Kofferinhalt, ein mit 666 schwarzen Diamanten besetztes Objekt – und deckt eine unglaubliche Verschwörung auf.



Den Mittelteil bestritt Jennifer Benkau "Mit Rosen bedacht" (Bastei Lübbe)
Ein Unfall zerstört Wandas heile Welt: Ihr Verlobter, den sie in wenigen Tagen heiraten wollte, wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Niemand weiß, ob er je wieder aufwachen wird. Als Wanda versucht, Karims Angelegenheiten zu regeln, stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten in seinem Leben. Tiefer und tiefer dringt sie in ein Netz aus Lügen und Geheimnissen vor, bis sie sich fragen muss: Wer ist Karim wirklich?


Zum Abschluss ging es dann auf die „Sultan of the Seas“
Sebastian Fitzek berichtete vom berühmten "Passagier 23" (Droemer Knaur)
Jedes Jahr verschwinden auf hoher See rund 20 Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen. Noch nie kam jemand zurück. Bis jetzt ... 
... ein kleines Mädchen taucht auf. Im Arm den Teddy von Martins Sohn.

Ziemlich gruselig. Aber selbst nach dieser Lesung wollte niemand aus dem Publikum seine geplante Kreuzfahrt stornieren. 

Eine rundum gelungene Veranstaltung.









Unseren Sonntag Morgen eröffnete Uticha Marmon mit der Lesung zu ihrem wunderbaren Roman: "Marienkäfertage" (Magellan)

Leider hatte sie arg gegen die vorherrschende Umgebungslautstärke anzukämpfen, sich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Was macht ein junger Mensch, dem plötzlich der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Wie verkraftet er das und wie geht er damit um? 
Elin ist dieser junge Mensch und was ihr widerfährt solltet ihr euch nicht entgehen lassen.









Sofort im Anschluss haben wir noch Rebekka Pax gelauscht 
"Das Herz der Harpiye" (Carlsen)
Was passiert, wenn deine Träume plötzlich Realität sind? Und was, wenn du im Schlaf einen Fehler begehst ... wer muss die Konsequenzen dafür tragen? Die siebzehnjährige Milena hat schon immer eine seltsame Begabung im Umgang mit Vögeln gehabt. Doch während sie tagsüber ein gewöhnliches Schülerpraktikum auf einer Vogelstation absolviert, streift sie im Schlaf als riesiger Raubvogel durch die Lüfte und sieht Menschen sterben.


Im Mai wird von dieser Autorin auch noch ein Krimi erscheinen:
"Lokes Mond" (LYX)







Einen ganz schweren Stand, während der Lesung, hatte auch Janet Clark - es war so laut, dass man annehmen konnte, die Lautsprecher wären in die falsche Richtung ausgerichtet gewesen, oder das Mikro hätte jede Stimme perfekt verstärkt, nur die der Autorin leider nicht.
Schade, denn die Finstermoos Serie (insgesamt 4 Teile) ist so super spannend, das sollte sich keiner entgehen lassen. 
Zwei Teile sind inzwischen ja schon erschienen und die übrigen beiden werden auch in diesem Jahr noch erscheinen. Also keine langen Wartezeiten bis es weiter geht :-)








Ohne die Cosplayer geht natürlich gar nichts - die gehören einfach dazu :-)










Und last but not least noch ein paar Impressionen, ohne die natürlich auch nichts geht. Freuen, fühlen, staunen,  ... Herzensdinge. :-)





Damit ist unsere kleine Führung über die diesjährige Buchmesse beendet. Ich hoffe, ihr habt etwas Interessantes finden können und konntet etwas davon für euch mitnehmen.

Liebe Grüße
MacBaylie

Fotos made by Th.Franz 

Montag, 16. März 2015

Schlusstakt - Arno Strobel


Broschiert: 224 Seiten

Verlag: Loewe (9. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3785578652
ISBN-13: 978-3785578650
Empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: 9,95 €

Kurzbeschreibung (Verlag):
Die Kurzbeschreibung vom Verlag und die auf der Rückseite des Buches sollte man besser nicht lesen, denn dort wird etwas Wichtiges verraten, was einem ärgerlicherweise die erste Spannung komplett raubt. Außerdem nimmt man es dort mit der Geographie nicht so ganz genau. Schade.


Meine Kurzbeschreibung:
Vicky wird von ihrer Freundin Marie überredet an einem Casting für die neue Super-Show „Germanys MegaStar“ (G.M.S.) teilzunehmen. Während Marie gleich in der ersten Runde rausfliegt, schafft Vicky es auf Anhieb in Phase 3 und fliegt mit 49 anderen Teilnehmern zu einer kleinen Insel im Nord Ari Atoll auf die Malediven. Traumhaft. Wäre da nicht ein absolut unseriöser Knebelvertrag und eine Crew, die keine Peinlichkeit auslässt, um die Show zum absoluten Megahighlight zu puschen. Selbst als etwas Schreckliches auf der Insel passiert, heißt es: The Show must go on!

Meine Meinung:
Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, denn wer kann schon einer Malediveninsel widerstehen?
Der Anfang hat mir auch sehr gut gefallen, beginnt es doch gleich im Prolog mit einem mysteriösen Leichenfund der etwas anderen Art.
Auch Vicky, die Hauptfigur machte von Anfang an einen sympathischen Eindruck. Sie war nicht besessen vom Sieg, verhielt sich eigentlich immer freundlich und fair, und ließ sich nicht zu Dingen überreden, die ihr widerstrebten. 
Die ersten nackten, "heißen" Füße am Maledivenstrand ließen jedoch schon ahnen, dass Arno Strobels Recherche, die Malediven betreffend etwas zu kurz kam. 
Der Muschel- Korallenkalksand am Strand wird nicht heiß. Niemals. :-)





Gut gefallen hat mir, dass sehr deutlich wurde, wie rücksichtslos und quotenorientiert solche Shows entstehen. Dass man buchstäblich über Leichen geht. Es ist eben nicht alles Gold was glänzt und da hat selbst eine Trauminsel es schwer, nicht zum Albtraum degradiert zu werden. 
Auch wenn es sich hier um eine fiktive Geschichte handelt, aber von Knebelverträgen, aufwiegeln der Kandidaten und unseriösen Angeboten hat man inzwischen schon bei jedem dieser bestehenden Formate gehört. Ganz so weit hergeholt scheint mir das Procedere also in dieser Geschichte nicht zu sein.

Was allerdings den Schluss angeht, war ich schon etwas enttäuscht. Der Mord war meiner Ansicht nach überhaupt nicht nachvollziehbar. Ich möchte ja nichts verraten, nur so viel,  weder Mörder/in noch Opfer haben sich „charaktergetreu“ verhalten. Der Auslöser war alles andere als glaubwürdig. Außerdem gab es noch ein Detail, das irgendwie nicht in die Geschichte passte und meiner Ansicht nach völlig überflüssig war.

Im Prinzip wäre die Story wahrscheinlich sogar ganz ohne Tote ausgekommen, denn allein die Situation der Kandidaten auf der Insel hätte genug Stoff für spannungsgeladene Seiten hergegeben, wenn sie ausführlicher beschrieben worden wäre und der Fokus nicht nur auf einem kleinen Grüppchen gelegen hätte, das relativ hintergrundlos und blass dargestellt wurde. 

Fazit:
Die Idee um die Castingshow hat mir sehr gut gefallen. Man sollte sich wirklich zweimal überlegen, ob man sich einem solch quotenorientierten Regime aussetzen möchte.  

Den Mord fand ich allerdings unglaubwürdig dargestellt.



Bewertung







Donnerstag, 12. März 2015

Blogtour - "Lolito" - Ben Brooks - Gewinner




Hallo liebe Leser,

leider muss ich euch an dieser Stelle erstmal enttäuschen, denn ich bin unterwegs und die Auslosung hatte zur Zeit meiner Abfahrt noch nicht stattgefunden.
Im Laufe des Tages könnt ihr bei Katja erfahren, ob ihr zu den glücklichen Gewinnern gehört. 

Viel Glück und lieben Dank für eure Teilnahme und eure ehrlichen Kommentare.

Liebe Grüße
MacBaylie

Wir lesen uns nach der Buchmesse :-)

Sonntag, 8. März 2015

Atlantia - Ally Condie



Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (11. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3841421695
ISBN-13: 978-3841421692
Empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 16,99 €

Kurzbeschreibung (Verlag):
Zwillinge. 
Sie waren für ein gemeinsames Leben bestimmt.
Doch das Schicksal trennte sie.

Bay, du fehlst mir so sehr, flüsterte sie in die Muschel. Aus dem Inneren tönte ein rauschender Gesang und erinnerte an eine Zeit, als Wasser und Land noch zusammengehörten. Wo auch immer an der Landoberfläche ihre Schwester nun war, sie musste sie finden – auch wenn es niemandem erlaubt war, die Stadt unter der Glaskugel zu verlassen. 

In einer Welt, die in Wasser- und Landbevölkerung aufgeteilt ist, werden die Zwillingsschwestern Rio und Bay durch einen Schicksalsschlag getrennt. Bay tritt ihre Reise zur Oberfläche an. Rio bleibt in Atlantia zurück. Um ihre Schwester wiederzusehen, muss sie herausfinden, warum Wasser und Land getrennt wurden und welche wunderbare und zugleich zerstörerische Gabe die Frauen der Familie verbindet.

Meine Meinung:
Das Cover hat mich als erstes gelockt. Als heimliches Wasserkind konnte ich an dieser Geschichte natürlich nicht vorbei. Auch der Buchdruck, in einer angenehmen Größe, kam meinen nicht immer so gut funktionierenden Augen sehr entgegen.

Der Anfang hat mir sehr gut gefallen. Rio und Bay mussten seit einiger Zeit ohne die Mutter zurecht kommen, von der sie nicht einmal wussten, woran sie letztendlich wirklich gestorben ist.
Dass für Rio eine Welt zusammen gebrochen ist, als ausgerechnet Bay, die eigentlich niemals aus Atlantia weg wollte, sich dafür entschieden hat nach Oben zu gehen, war verständlich. Rio war verletzt, enttäuscht und hatte unendlich viele Fragen, auf die sie keine Antworten fand. Sie stürzte sich mit Begeisterung in ihre Fluchtpläne und war bereit, eine Menge dafür zu tun.
All das wird recht ausführlich beschrieben. Nicht alles war wirklich immer nachvollziehbar und teilweise fehlte es auch an glaubhaften Emotionen, aber dennoch lies es sich gut lesen. 
Allerdings habe ich, in Anbetracht dessen, dass Atlantia nun mal eine Stadt unter Wasser ist,  mehr vom Meer vermisst. 

Ally Condie ist ja eher eine Autorin der leiseren sanfteren Töne; so auch hier. Es werden Liedchen in Schneckenhäuser geträllert, Bäume gehegt, gepflegt, und Fledermäuse umsorgt. Reißerische Aktionen findet man meist nur im Verborgenen, hinter vorgehaltener Hand.

Die Geschichte wird im Präsens erzählt, so dass man als Leser immer direkt bei Rio ist - sieht, was sie sieht - weiß, was sie weiß. Das hat mir gut gefallen, so war man immer hautnah dabei. Diese Art des Erzählens hatte aber leider zum Nachteil, dass die übrigen Charaktere ziemlich blass blieben. Man hat nicht viel über sie erfahren können.

Zum Ende hin wurde es mir allerdings zu rasant. Da wurde geschubst, gehetzt und vieles übergangen, was ich gerne noch gewusst hätte. Teilweise hatte ich den Eindruck, die Autorin wollte das Ganze schnell beenden, bevor sie sich noch weiter in Dinge verstrickt, die nicht erklärbar sind.


Fazit:
Eine klasse Idee, die leider nur mittelmäßig umgesetzt wurde.
Aber dennoch hatte ich ein paar schöne, entspannte Lesestunden.



Bewertung

Samstag, 7. März 2015

Blogtour Tag 1 - Lolito - Ben Brooks




Hallo und guten Morgen,


ich freue mich sehr, dass die Blogtour zu Ben Brooks' neuem Buch "Lolito" heute hier, in meiner kleinen Bücherkiste, startet. Was liegt da näher, als euch erst einmal das Buch, um das es geht, vorzustellen.



Viel Spaß!





272 Seiten · gebunden
Verlag: Atrium
für Junge und ältere Erwachsene
ISBN: 3-85535-055-8
ISBN-13: 978-3-85535-055-1
Erscheinungsdatum Februar 2015 
Preis: 18,00 €


LESEPROBE


Kurzbeschreibung (Verlag):
Der 15-jährige Etgar ist mit seinem Hund Amundsen allein zu Haus. Als er über Facebook herausfindet, dass seine Freundin ihn betrogen hat, bricht es ihm das Herz. Im Internet begibt er sich auf eine Reise durch immer zweifelhaftere Chatrooms und Single-Börsen. Dort trifft er auf Macy, der er sich am Bildschirm als jungdynamischer Hypothekenmakler vorstellt. Hals über Kopf stürzen sich die beiden in eine Cyber-Affäre, und bald taumelt Etgar zwischen nackter Panik und der aufregenden Erkenntnis, dass im Internet einfach alles möglich ist. Aber dann will Macy Etgar nicht mehr nur im Internet treffen. Mit schlotternden Knien, schweißnassen Händen und Omas Erbe auf dem Konto checkt Etgar in einem Hotel ein. In der Lobby tritt ihm Macy entgegen, sie ist schön, sie ist sexy – ... .
(Den Rest des letzten Satzes sollte meiner Ansicht nach jeder während des Lesens selber herausfinden) ;-)


Text von der Rückseite des Buches:
Schreiend komisch, zutiefst berührend und (leider) absolut wahrhaftig: Die haarsträubende Geschichte des jungen Etgar ist zugleich das Porträt einer gebeutelten Generation, die von klein auf im Internet ihr blaues Wunder erlebt.

„Ich weiß nicht, was Nabokov davon gehalten hätte. Wahrscheinlich hätte er es selbst gern geschrieben.“
Christian Ulmen

„Das haut dich um.“
Nick Cave





Meine persönliche Empfehlung

Das Cover mit seiner gelb-grünen Signalfarbe und den beiden verbundenen Laptops sieht schon mal klasse aus. Ein Hingucker.

Wer sich auf dieses Buch einlässt - und dass man sich darauf einlässt kann ich wirklich nur empfehlen - sollte sich im Vorfeld jedoch über einiges klar sein, um nicht mit falschen Vorstellungen zu starten.


In Etgars Geschichte wird nichts beschönigt, nichts verschwiegen oder gar unter den Teppich gekehrt. Etgar gehört, wie man sich denken kann, auch nicht zu den „Vorzeigepubertärlingen“, die brav den Anweisungen der Eltern folgen (gibt es die überhaupt?). Er befindet sich unverhofft in einer Ausnahmesituation und trotz seines jugendlichen Alters, geht es nicht wirklich jugendfrei zu. Der erste Liebeskummer, die Eltern nicht zu Hause, freier Zugang zu Internet und Alkohol. Was daraus entsteht solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen.

Auch wenn die Hauptfigur erst 15 Jahre alt ist; "Lolito" ist kein Jugendbuch.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, die Geschichte lesen zu dürfen. Eröffnet sie einem doch mal einen ganz anderen Blickwinkel auf das Verhalten 15-jähriger Jungs und verdeutlicht, wie schnell Gefühle explodieren können, wie einfach es ist an Hochprozentiges ranzukommen oder sich grenzenlos im Internet zu bewegen und auf Wege zu geraten, die wie in Etgars Fall, alles andere als altersgemäß sind. 
Letztendlich siegt eben doch bei fast allem die Neugier.

Ich fand es äußerst spannend, die Probleme, Gedanken und Handlungen mal aus der Sicht eines 15-jährigen Jungen zu erleben. Das bekommt man doch eher selten zu lesen. Und auch, wenn man teilweise geneigt sein sollte diese Geschichte als überspitzt zu empfinden (es geht zeitweilig hoch her), kann ich mir vorstellen, dass man hier lediglich eine Spitze der vielen Pubertätseisberge zu lesen bekommt. 
Pubertät, erste Liebe, Sexualität, Einsamkeit, Verletzlichkeit, Alkohol - eine brisante und explosive Mischung, die erstmal entwirrt werden will. Eben ein Ausnahmezustand, den jeder anders bewältigt.

Meine ausführliche Meinung zum Buch könnt ihr HIER nachlesen.


Das Hörbuch, gelesen von Christian Ulmen, ist sicher auch noch erwähnenswert.
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass "Lolito" prädestiniert dafür ist, es sich von Christian Ulmen vorlesen zu lassen. Bis zum Erscheinungstermin dauert es leider noch etwas.



 4 Audio CDs
Verlag: Atrium Zürich (20. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3855350566
ISBN-13: 978-3855350568
Preis: 19,99 €





Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas:
Unter allen (richtigen) Gewinnspiel-Antwort-Kommentaren (auf allen teilnehmenden Blogs) werden insgesamt 5 Gewinner ausgelost, die jeweils 1 Exemplar von "Lolito" erhalten. 

Meine Fragen an euch:
Wie denkt ihr heute über eure Pubertät? Könnt ihr im Nachhinein über Ereignisse lachen, die euch damals unüberwindlich erschienen sind?
Auf eure Antworten bin ich sehr gespannt.

  • Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis des Erziehungs/Sorgeberechtigten
  • Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden (Gewinnerpost) und, dass ihre Adresse dem Verlag zwecks Gewinnversands übermittelt wird.
  • Keine Barauszahlung der Gewinne möglich
  • Keine Haftung für den Postversand
  • Versand der Gewinne innerhalb Deutschland - Österreich - Schweiz
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen



Weiter mit der Blogtour geht es morgen bei Sabrina. Sie beleuchtet das spannende Thema "Die Pubertät und ihre Tücken"

Alle Stationen noch mal auf einen Blick:
07.03.15 MacBaylies-Buecherkiste  (hier)
08.03.15 Binchens Bücherblog
09.03.15 Tani's Bücherwelt
10.03.15 Babsleben
11.03.15 Claudes Schatzkiste
12.03.15 Gewinnerbekanntgabe auf allen Blogs

Freitag, 6. März 2015

Lolito - Ben Brooks

272 Seiten · gebunden
Verlag: Atrium
für Junge und ältere Erwachsene
ISBN: 3-85535-055-8
ISBN-13: 978-3-85535-055-1
Erscheinungsdatum Februar 2015 
Preis: 18,00 €


Kurzbeschreibung (Verlag):
Der 15-jährige Etgar ist mit seinem Hund Amundsen allein zu Haus. Als er über Facebook herausfindet, dass seine Freundin ihn betrogen hat, bricht es ihm das Herz. Im Internet begibt er sich auf eine Reise durch immer zweifelhaftere Chatrooms und Single-Börsen. Dort trifft er auf Macy, der er sich am Bildschirm als jungdynamischer Hypothekenmakler vorstellt. Hals über Kopf stürzen sich die beiden in eine Cyber-Affäre, und bald taumelt Etgar zwischen nackter Panik und der aufregenden Erkenntnis,
dass im Internet einfach alles möglich ist. Aber dann will Macy Etgar nicht mehr nur im Internet treffen. Mit schlotternden Knien, schweißnassen Händen und Omas Erbe auf dem Konto checkt Etgar in einem Hotel ein. In der Lobby tritt ihm Macy entgegen, sie ist schön, sie ist sexy – ...


Meine Meinung:

Das Cover mit seiner gelb-grünen Signalfarbe und den beiden verbundenen Laptops sieht schon mal klasse aus. Ein Hingucker.

Wer sich auf dieses Buch einlässt - und dass man sich darauf einlässt kann ich wirklich nur empfehlen - sollte sich im Vorfeld jedoch über einiges klar sein, um nicht mit falschen Vorstellungen zu starten.
Auch wenn Etgar erst 15 Jahre alt ist; "Lolito" ist kein Jugendbuch.
In Etgars Geschichte wird nichts beschönigt, nichts verschwiegen oder gar unter den Teppich gekehrt. Etgar gehört, wie man sich denken kann, auch nicht zu den „Vorzeigepubertärlingen“, die brav den Anweisungen der Eltern folgen (gibt es die überhaupt?). Er befindet sich unverhofft in einer Ausnahmesituation und trotz seines jugendlichen Alters, geht es nicht wirklich jugendfrei zu. Der erste Liebeskummer, die Eltern nicht zu Hause, freier Zugang zu Internet und Alkohol. Was daraus entsteht solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen.

Ich muss ja gestehen, dass ich auf den ersten paar Seiten meine Probleme mit „Lolito“ hatte. Hatte sich doch dieses „schreiend komisch“  aus der Beschreibung als „lustig/spaßig“ in meinem Kopf festgesetzt, was mir zunächst eine recht verfälschte Leseerwartung bescherte. Lustig dachte ich, ist irgendwie anders. Aber bedeutet schreiend komisch überhaupt lustig/spaßig? Habe ich das einfach nur falsch interpretiert? Wie dem auch sei. Als schreiend komisch würde ich persönlich die Geschichte erstmal nur bezeichnen können, wenn man sich als Leser am „pubertären Elend“ der Hauptfigur ergötzen kann oder möchte. Oder wenn man auf seine eigene Pubertät zurückblickt und vielleicht die ein oder andere peinliche Parallele entdeckt? Okay, rückblickend gesehen kann man sich immer über so manches amüsieren :-) Wahrscheinlich empfindet Etgar selber, seine Geschichte in 10 Jahren auch spaßiger, als in dem Moment, als er mitten drin steckte.

Ich bin jedenfalls sehr froh darüber, die Geschichte gelesen zu haben. Eröffnet sie einem doch mal einen ganz anderen Blickwinkel auf das Verhalten 15-jähriger Jungs und verdeutlicht, wie einfach es ist, an Hochprozentiges ranzukommen, sich im Internet zu bewegen, und auf Wege zu geraten, die wie in Etgars Fall alles andere als altersgemäß sind. 
Letztendlich siegt aber eben doch bei fast allem die Neugier.

Ich fand es äußerst spannend, die Probleme, Gedanken und Handlungen mal aus der Sicht eines 15-jährigen Jungen zu erleben. Das bekommt man doch eher selten zu lesen. Und auch, wenn man teilweise geneigt sein sollte diese Geschichte als überspitzt zu empfinden (es geht zeitweilig hoch her), kann ich mir vorstellen, dass man hier lediglich eine Spitze der vielen Pubertätseisberge zu lesen bekommt. 
Pubertät, erste Liebe, Sexualität, Einsamkeit, Verletzlichkeit, Alkohol - eine brisante und explosive Mischung, die erstmal entwirrt werden will. Eben ein Ausnahmezustand, den jeder anders bewältigt.

Fazit:
Wer sich also erst einmal von dem Gedanken „komisch = lustig/spaßig“ frei macht und keine geschönte, alberne, klinisch reine Geschichte erwartet, wird ganz sicher seine Freude an diesem Büchlein haben. 



Bewertung


Mittwoch, 4. März 2015

Marienkäfertage - Uticha Marmon



Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Magellan (20. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734850053
ISBN-13: 978-3734850059
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
Preis: 14,95 €

LESEPROBE

Kurzbeschreibung (Verlag):
Endlose helle Tage, Sonnenlicht, das flirrend durch Baumkronen fällt, kaltes Seewasser und frische Zimtbrötchen – so war ihr Sommer, jedes Jahr. Jetzt sind das alles nur noch Erinnerungen an eine Zeit, als sie Elin und noch nicht Lykke war. Doch was heißt das überhaupt – Lykke sein? Und wie passt dieser fremde Junge in ihr neues Leben, Rasmus, der ihr Angst macht, den sie aber auch ein kleines bisschen mag? Während sie sich vorsichtig an ihre neuen Gewissheiten herantastet, erkennt sie eines: Das Glück ist vielleicht ein scheuer Gast, aber es liegt an uns, ob wir ihm die Tür öffnen.

Meine Meinung:
Vorausschicken muss ich, dass ich den Klappentext vor Lesebeginn nicht kannte und vollkommen Ahnungslos an dieses Buch herangegangen bin. Eine reine Coverentscheidung also. Aber im Nachhinein habe ich festgestellt, dass der Klappentext endlich mal einer ist, der nicht spoilert und den man sich gefahrlos vor Lesebeginn anschauen kann. Eine echte Seltenheit.

Den Schreibstil von Uticha Marmon fand ich zu Beginn recht speziell und nicht ganz so einfach zu lesen (jedenfalls brauchte ich dafür Ruhe und möglichst keine Ablenkung). Ab dem Zeitpunk jedoch (so um Seite 45) an dem ich begriffen hatte, was Elin so bewegte und angetrieben hat, war der anfänglich verwirrenden Schreibstil plötzlich total passend und plausibel. Gedankenfetzen, Erinnerungen, Gefühle und inneres Chaos nehmen nun mal keine Rücksicht auf den Leser, sondern müssen raus - egal wann, wie und in welcher Reihenfolge. Das hat mir sehr imponiert.
Auch im weiteren Verlauf gibt es immer wieder Stellen, an denen Elin unverhofft aus der Gegenwart in die Vergangenheit abdriftet.

Marienkäfertage ist ein Buch, dem man wirklich seine ungeteilte Aufmerksamkeit  widmen sollte, damit sich die vielen Dinge zwischen den Zeilen entfalten können und man nichts überliest. 

Uticha Marmon beschreibt mit vielen leisen und einfühlsamen Tönen was in diesem jungen Menschen vorgeht, aber sie schreckt auch nicht davor zurück Elin teilweise laut und egoistisch wirken zu lassen, was sie kurzzeitig einige Sympathiepunkte kosten kann. Aber das Leben ist halt nicht immer nur Marienkäferrot - die schwarzen Punkte gehören unvermeidlich dazu. 

Ich konnte Elin sehr gut verstehen, ihre wirre, karussellfahrende Gefühlswelt nachvollziehen. Wie fühlt man sich, wenn von jetzt auf gleich alles anders ist?  Wenn man derartig mit Leere und Enttäuschung gefüllt ist, sodass für positive Gedanken kaum mehr Platz ist? 


Fazit:
Eine unglaublich berührende Geschichte über einen jungen Menschen, der schmerzhaft feststellen muss, dass Glück oft mehrere Gesichter hat.
Empfehlenswert nicht nur für jugendliche Leser.

Bewertung