Dienstag, 31. Januar 2012

Hallo liebe Leser,
weiter geht's mit einer, nein, gleich mit zwei Altrezensionen, weil im März ein neues Buch der Autorin erscheinen wird. Und zwar:  "Wenn nur noch Asche bleibt" von Britta Strauss




Klappentext:
Agent Daniel Natali, Leiter des Special-Reaction-Teams der Polizei in Portland/USA lebt für seinen Job. Adrenalin ist seine Droge, Lebensgefahr sein ständiger Begleiter. Nach einem Schicksalsschlag, zieht er sich für eine Weile in ein abgeschiedenes Kloster in den chinesischen Bergen zurück. Dort nimmt ihn ein Großmeister des Shaolin-Kung-Fu nicht nur unter seine Fittiche, sondern weiht ihn auch in ein uraltes, mächtiges Geheimnis ein, das Daniels Leben für immer verändert. Zurückgekehrt in seinen Job stellt man ihm die temperamentvolle Elena als Partnerin zur Seite. Eine wahre Herausforderung für Daniels hart erkämpften inneren Frieden. Gemeinsam müssen sie gegen eine apokalyptische Sekte ermitteln. Als sie ins Visier des skrupellosen Anführers geraten, verschwimmt die Grenze zwischen Jägern und Gejagten. In einem Strudel aus Gefahr, Begehren und geheimnisvollen Kräften müssen Daniel und Elena um ihr Leben und ihre Liebe kämpfen. 


Viel Spaß beim Stöbern :-)
MacBaylie

Meeresblau - Britta Strauss



Meeresblau - Britta Strauss


Foto: Sieben-Verlag



Verlag: Sieben Verlag (6. Juni 2011)
Taschenbuch: 248 Seiten
ISBN-13: 978-3941547360
Sprache: Deutsch
Preis: 16,90 €












Kurzbeschreibung:
Dem Meeresbiologen Christopher Jacobsen haftet seit jeher eine außergewöhnliche Aura an. Als jüngster Dozent an der Universität von St. Andrews begeistert er seine Studenten. Bis zu dem Tag, als seine Eltern tödlich verunglücken, und er zu seiner jüngeren Schwester Jeanne, zurück in seine Heimat, der Isle of Skye, fährt, um sie mit dem schweren Verlust nicht allein zu lassen. Dort bewirbt er sich am hiesigen Meeresbiologischen Institut und lernt Maya, die Leiterin der Station kennen. Schnell entsteht eine unerklärliche Verbundenheit der beiden.
Zwei Monate später brechen sie zu einer Tiefseeexpedition an die Chilenische Küste auf, ungeachtet der drohenden körperlichen Veränderungen, die Christopher schon länger nicht mehr wirklich unter Kontrolle hat. Die Zeit wird knapp und Christopher muss sich entscheiden, ob er bei Maya und Jeanne bleibt, oder seiner Bestimmung folgt und ins Meer geht, was seiner wahren Natur entspricht. Hat er überhaupt eine Wahl?
Meine Meinung:
Wer gerne in andere Welten, vorzugsweise ins Meer, abtaucht, ist hier genau richtig. Britta Strauss berichtet nicht lapidar von einer Unterwasserwelt, sie lässt den Leser das Wasser spüren, sehen und riechen. Meeresbewohner, von denen man nicht mal weiß, dass sie existieren leuchten in schillerndsten Farben, bewegen sich anmutig durch die Tiefen oder stinken einfach mal vor sich hin. Man fühlt den Sand, das Meergras sanft über die Haut streichen und hört Wale singen. 
Und all diese grandiosen Eindrücken  haben wir Christopher zu verdanken, denn er begleitet uns - nein, wir begleiten natürlich ihn.
Als er die ersten Anzeichen seiner bevorstehenden Verwandlung feststellt ist er furchtbar verwirrt und weiß nicht, was mit ihm geschieht. Stück für Stück dringt die Gewissheit, was er wirklich ist, aber zu ihm durch. Er wehrt sich dagegen, denn er will seine Schwester und auch seine neue Freundin Maya nicht verlassen, andererseits sind da aber auch verzweifelte Wesen im Meer, die dringend seine Hilfe benötigen. Was soll er nur tun, um allen gerecht zu werden? Die Expedition an Chiles Küste scheint für ihn die einzige Möglichkeit zu sein den Meereswesen zu helfen und dennoch Mensch zu bleiben. Nur kommt es leider immer anders als man denkt.
Die Sprache, die Britta Strauss verwendet ist wie ein reißender Strudel, wie das Meer selbst. Teils sanft, dann wieder bitter-salzig, klar und auch tsunamiartig. Mit jedem Wort lockt sie einen tiefer ins kühle Nass und lässt Gefühle anschwellen und in reißerische Wellen überschwappen. 
Einen Kritikpunkt habe ich aber dennoch anzumerken - da bin ich aber ein bisschen selber schuld. Ich kenne die ursprüngliche, lange Version von dieser Geschichte und hier war es nun nicht nur so, dass einiges verändert wurde (was aber vollkommen in Ordnung war), sondern dass auch sehr viele Szenen gestrichen oder gekürzt wurden, sodass mir Christophs Zerrissenheit, seine Unentschlossenheit, seine teils gefährlichen Entschlüsse, zu komprimiert daherkommen. Für mich ist ein bisschen das Gleichgewicht gestört, denn eigentlich (in der langen Version) hat Christopher so viele Eindrücke und Gedanken zu verarbeiten, die hier leider zu kurz kommen, um alles was ihn betrifft etwas zu entzerren - um ihn als Außenstehender einfach besser verstehen zu können. Überspitzt ausgedrückt,  tendierte er hier in dieser Version mehr zu einem „rastlosen Jammerlappen“, dessen Überlegungen und Entscheidungen er meistens selber nicht glauben kann. Wie gesagt, das war überspitzt ausgedrückt, aber meiner Meinung nach, hätte er wirklich mehr Raum benötigt. 
Ich mag ihn aber trotzdem total gerne :-)
Fazit:
Ich hatte  super viel Freude an dem Buch (mit diesem seltsamen Format stehe ich jedoch immer noch auf Kriegsfuß) und kann es allen, die das Meer, einen wunderschönen Schreibstil, prickelnde Erotik, sarkastische Formulierungen, Humor, Dramatik, die Liebe und das abtauchen in träumerische Tiefen lieben, nur empfehlen.
Hoffentlich dauert es nicht all zu lange, bis es eine Fortsetzung gibt.




Bewertung



Nathaniels Seele - Britta Strauss




 Nathaniels Seele - Britta Strauß



Foto: Sieben-Verlag
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Sieben Verlag (15. November 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3941547278
Preis: 14,90 €
Kurzbeschreibung:
Ewige Jugend und Einsamkeit - das ist der Preis für Nathaniels große Macht, die dazu dient, seinen Indianerstamm zu schützen. Als Josephines Wege Nathaniels kreuzen, verfällt sie diesem mysteriösen Mann. Hin- und hergerissen zwischen Faszination und Verwirrung, muss sie erkennen, dass er ein dunkles Geheimnis hütet. Doch dessen wahre Ausmaße übersteigen ihre kühnsten Vorstellungen. Langsam gelingt es Josephine, Nathaniels kalten Schutzwall zu durchdringen. Als Nathaniel begreift, dass Josephine sein Herz erobert hat, und er sich fragt, welche Rolle ihr im bösen Spiel seiner Existenz zugedacht ist, taucht sein schlimmster Feind auf und entdeckt in Nathaniels Liebe dessen größte Schwäche. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.
Meine Meinung:
Mit „Nathaniels Seele“ hat Britta Strauß eine sehr außergewöhnliche Romanze erschaffen. Liebe, Spannung, Mythos und Rituale gehen hier Hand in Hand und verzaubern den Leser, um ihn einige Stunden in eine fremde und doch auch reale Welt zu entführen.  Eine Welt zum Träumen, die mit etwas romantischer Phantasie und einigen paranormalen Details weniger gar nicht so weit hergeholt scheint.
Sehr gut hat mir gefallen, dass Nathaniel und Josephine sich nicht auf diese „Schau mir in die Augen Kleines und sei mir sofort verfallen-Methode“ zueinander finden. Eigentlich können sie sich am Anfang nicht mal wirklich leiden. Josephine, die durch einen schrecklichen Unfall vor einiger Zeit ihren Mann, und ihr Vertrauen zu Pferden, von denen sie auf ihrer Farm in Montana lebt, verloren hat, sprüht nur so von Vorurteilen, was sie Nathaniel auch unverhohlen spüren lässt. Das geht teilweise so weit, dass Nathaniel sich schon fragt, wieso er sich weiterhin mit diesem ignoranten Wesen abgibt. Da entstehen dann Sätze wie:
Zitat Nathaniel:
„Ihr habt so viel verlernt, und jetzt seid ihr dumm wie Tannenhühner. “
Zitat Josephine:
„Ich verstehe.“ Josephine nickte zerknirscht. „Das ist eine dieser wir-schlagen-die-Trommeln-und-tanzen-nackt-um-das-Feuer-Nummern.“
... um nur einen winzigen Eindruck von den humorvollen Einlagen zu vermitteln.
Ganz langsam und einige Aktionen später kommen sie sich erst näher. Immer eine Portion Furcht, Unverständnis aber auch Faszination im Nacken. Nathaniels geheimnisvolles Verhalten, fremde Indianer-Rituale, bei denen Jo ihn beobachtet, die sie sich nicht richtig erklären kann, machen das Verhältnis nicht einfacher. 
Zwischenzeitlich hat man das Gefühl die Protagonisten schütteln zu wollen, ala: „Hört endlich auf zu labern und macht mal hinne“, aber die Art, wie sie miteinander umgehen ist irgendwie auch so liebenswert, dass man immer mehr davon lesen möchte und den Zauber nicht zerstören will.
Außerdem tauchen auch noch andere Interessenten an Nats Geheimnis auf, deren Ambitionen jedoch alles andere als romantischer Natur sind.
Die einzige Kritik, die ich anbringen möchte, betrifft eher den Verlag, als die Autorin. Ich finde es absolut schade, dass ich diese Geschichte aufgrund des gedruckten Formats solange aufgeschoben habe, denn augentechnisch betrachtet ist es für mich schon eine Katastrophe diese kleine Schrift und die eng aneinander geklatschten Sätze zu lesen. Wer weiß, wie viele Schätzchen vom Sieben-Verlag mir so entgehen, aber es ist wirklich ein enormer Angang für mich, eines dieser Bücher zu kaufen und dann auch noch zu lesen. 
Fazit:
Ein Roman zum Träumen, Mitfiebern und Mitleiden. Humorvoll, dramatisch, erotisch ... einfach fesselnd. Mit toll ausgearbeiteten Beschreibungen, unter anderem von Natur, Gefühlsleben und indianischen Ritualen.


Bewertung

Montag, 30. Januar 2012

Zirkel - Elfgren/Strandberg


Zirkel - Sara B. Elfgren/Matz Strandberg


Aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger
608 Seiten · mit Schutzumschlag
15.0 x 21.0 cm
ab 14 Jahren
ISBN-13: 978-3-7915-2854-0
Empfohlen ab: 14 Jahre
Erscheint im Februar 2012
Preis: 19,95 € 
Besonders erfreulich für mich ist, dass der Verlag das Cover ausgewählt hat, welches auch meine Wahl bei der zuvor gestarteten Abstimmung gewesen ist.
Buchrückseite:
„Euch bleibt keine Zeit zu zweifeln, das Böse ist näher, als ihr glaubt. Es sucht nach euch. Ihr müsst eure Kräfte trainieren, gemeinsam stärker werden. Ihr seid aufeinander angewiesen. Vertraut niemandem sonst. Nicht euren Eltern oder Geschwistern. Nicht euren Freunden.Nicht einmal eurer größten Liebe. Und denkt immer daran: Der Zirkel ist die Antwort.
Kurzbeschreibung:
Sechs Mädchen, die zwar die gleiche Schule besuchen, ansonsten aber nichts gemeinsam haben, nichts voneinander wissen und sich zu allem Übel nicht mal leiden können, treffen sich, unter mysteriösen Umständen, in einer ganz besonderen Nacht, in einem stillgelegten Vergnügungspark. Dort erfahren sie, dass sie Hexen sind, und einer alten Prophezeiung nach, die Welt vor dem Bösen retten müssen. Gar nicht so einfach, wenn man derartig unterschiedlich ist, keine genauen Auskünfte erhält und dann auch noch im Team agieren muss. Zu ihnen gesellen sich noch die Rektorin und der Hausmeister der Schule, eine Wahrsagerin aus dem fast ausgestorbenen Einkaufszentrum, ein Rabe und eine einäugige Katze. Aber wem kann und darf man trauen?
Meine Meinung:
Die Einführung der beteiligten Charaktere gefällt mir sehr gut, denn obwohl  ziemlich viele Figuren, mit für deutsche Ohren nicht immer ganz geläufigen Namen, vorgestellt werden, verliert man nicht den Überblick.
Die Mädchen werden Stück für Stück in der laufenden Handlung vorgestellt, sodass man als Leser ein immer besseres Gefühl für sie entwickeln kann.
Der erste Schock, den die Mädchen überwinden müssen, bevor sie sich ungewollt im Freizeitpark treffen, ist der Tod von Elias, Freund eines der Mädchen. Alles sieht nach Selbstmord aus. Aber war es wirklich so?
Ich finde es sehr interessant, dass die Geschichte gleich mit einem Toten beginnt - obwohl ich Elias gerne etwas besser kennengelernt hätte.
Eigentlich möchte ich zur Story auch gar nichts verraten, ich finde es immer schade, wenn im Vorfeld schon zu viel ausgeplaudert wird.
Den Aufbau des Buches finde ich sehr gelungen. Die Autoren haben es geschafft, die Geschichte hintereinander wegfließen zu lassen und dennoch den Charakteren der Mädchen die angemessene Aufmerksamkeit verschafft. So erfahren wir den Fortgang immer aus der Sicht eines der Mädchen. In diesem Buch waren es hauptsächlich drei von ihnen, aber auch die anderen sind dadurch nicht zu kurz gekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass im nächsten Teil die übrigen dann mehr zum Zuge kommen. 
Wir lernen ihre Vorlieben, Abneigungen, Probleme und ihre Gedanken kennen, und davon gibt es reichlich, denn auch die Hexenmädchen kämpfen mit ganz alltäglichen Problemen. Da gibt es verkorkste Familienverhältnisse, Liebe, Hass, Drogen, Eifersucht ... eben alles, womit Teenager konfrontiert werden. Hinzu kommt auch noch die Magie. Auch hier fällt ihnen nichts in den Schoß, auch hier müssen sie kämpfen, und lernen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
Fazit:
„Zirkel“ ist ein fulminanter Auftakt der Trilogie Zirkel - Feuer - Schlüssel.
Spannung garantiert!
Ein Buch gewiss nicht nur für Jugendliche.


Wertung




Sonntag, 29. Januar 2012

Regionalexpress - Agnes Hammer



Regionalexpress - Agnes Hammer




Erschienen: 2012 
272 Seiten
Klappenbroschur
ISBN 978-3-8390-0130-1 
Preis: 12,95 €  
script5



Dieses Buch habe ich im Rahmen einer Leserunde
gelesen und muss feststellen, dass die Meinungen zum Teil doch sehr auseinandergehen.
An dieser Stelle vielen Dank an die Buechereulen und an Script5 für das Leseexemplar.
Kurzbeschreibung:
Bei der Zugfahrt von Köln nach Düsseldorf ist Max Zeuge eines Angriffs von betrunkenen Neonazis auf einen türkischen Jungen. Ohne groß nachzudenken hilft er ihm und freunden sich mit Adil, so der Name des Jungen, an. 
Bei Adil erfährt Max, wie es ist an etwas zu glauben, was er schon lange vergessen hatte. Der Glaube an Gott, und, dass alles einen Sinn hat.
Max besucht daraufhin die kleine Moschee in Düsseldorf und lernt Mohammad kennen, der eine unglaubliche Anziehung auf ihn ausübt. Der Gefühle in ihm weckt, die er nie zuvor gehabt hat. 
Kurze Zeit später konvertiert Max, ist motiviert und fühlt sich für Großes berufen. 
Max‘ Schwester Paula bemerkt die Veränderungen, die mit ihrem Bruder vorgehen und stellt eigene Nachforschungen an. Dummerweise hat sie sich nämlich in Adil verliebt und versteht die Geheimniskrämerei nicht, die Max und Adil veranstalten. 
Eine weitere Rolle spielt auch Kemper, ein Mitarbeiter vom Bundesverfassungsschutz. Er ist gerade selber in einer Krise, da seine Frau verstorben ist. Nichtsdestotrotz ist er und seine Kollegen aber schon allarmiert und sie observieren bereits die Gruppe um Mohammad.
Meine Meinung:
Regionalexpress ist das zweite Buch, das ich von Agnes Hammer gelesen habe. Wieder hat die Autorin sich ein sehr schwieriges und aktuelles Thema ausgesucht, um die Leser nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken zu animieren.
Die Geschichte wird aus drei Perspektiven, der von Max, Paula und Kemper erzählt.
Drei völlig verschiedene Charaktere die, meiner Meinung nach, aber eines gemeinsam haben. Eine Extremsituation.
Max ist total gelangweilt, versteht seine durchgeknallten Eltern nicht, die mit esoterischen Beseelungen ihren „Jüngern“ die Kohle aus der Tasche ziehen, und glaubt sein Seelenheil im Islamismus zu finden.
Paula, die sich zum ersten Mal mit Haut und Haaren verliebt und trotz Abweisung und Demütigung an ihrer „Liebe“ zu Adil festhält.
Kemper der sich in seiner Trauer verliert und in totale Lethargie verfällt.
Alle drei haben von Frau Hammer ihren ganz speziellen Charakter erhalten und verhalten sich durchaus authentisch (kann ich bei Max allerdings nur erahnen), was nicht immer sympathisch rüberkommt. Bei dieser Thematik finde ich das auch vollkommen in Ordnung. Ein potenzieller Attentäter muss mir auch nicht sympathisch sein.
Wer hier allerdings mit einem Allheilmittel gegen psychische Exzesse, Trauer, Hass, Langeweile oder Liebe rechnet, wird sicher enttäuscht werden, das gibt es nämlich nicht. Hier muss jeder ein bisschen mit- und nachdenken, wie es zu solchen Extremsituationen kommen kann, ob es immer den ultimativen Grund dafür gibt, und was, oder ob man überhaupt etwas dagegen unternehmen kann. Kann man immer alles mit den „typischen“ Diagnosen: verkorkste Familie, schlimme Kindheit, häusliche Gewalt u.s.w. erklären, oder gibt es vielleicht noch ganz andere Auslöser? Irgendwelche  verborgenen Schlüsselreize, die das Gehirn verbrutzeln? Man weiß es einfach nicht.
Fazit:
Ein Buch mit hochaktueller Problematik, das zum Nachdenken und zum Mitdenken anregt. 


Bewertung




Samstag, 28. Januar 2012

Die Worte der Weißen Königin - Antonia Michaelis


Die Worte der Weißen Königin - Antonia Michaelis




272 Seiten · gebunden
Für Jugendliche und Erwachsene
EUR 14,95 
ISBN-13: 978-3-7891-4291-8
Erschienen im August 2011
Oetinger 




Kurzbeschreibung:
Lion lebt mit seinem Vater in einem kleinen Dorf an der Ostsee. Die Verhältnisse dort sind recht ärmlich. Eine Mutter gibt es schon lange nicht mehr. Sie hat die beiden vor vielen Jahren verlassen, um ihr Glück im Westen zu suchen.
Lion liebt seinen Vater sehr, denn er allein ist es, der ihm alles beibringt, für ihn da ist und ihn mit Essen und Kleidung versorgt.
Als die beiden eines Tages auf der Suche nach einer weggelaufenen Ziege zwei Seeadler entdecken und Lions Vater auf eins der Tiere schießt, bekommt die Beziehung schon einen leichten Knacks. Lion nennt das:
Zitat:
„Als wäre da eine Hecke gewachsen, durch die man sich schlecht unterhalten konnte.“
Diese Hecke wird noch dichter, als Lion in einem Nachbardorf die Geschichten einer alten Frau, die er die weiße Königin nennt, hört. Er verliebt sich in ihre Worte und will immer mehr davon hören. Sein Vater allerdings will von diesem Unsinn nichts wissen. Worte machen nicht satt. 
Als Lions Vater dann auch noch seinen Job bei der Werft verliert, gerät alles aus dem Ruder. Er betrinkt sich immer öfter und lässt seine Wut und seine Hilflosigkeit an Lion aus. Wird immer gewalttätiger. 
Für Lion ist aber nicht sein Vater der Schuldige, sondern der schwarze König, der Besitz von ihm ergriffen hat. Lange kann er sich damit trösten und bleibt. Doch eines Tages, als es wieder mal besonders schlimm ist, hält er es nicht mehr aus und flüchtet in den Wald, und in den Gedanken, die weiße Königin könne ihn retten, wenn er sie nur finden würde. Eine sehr aufregende und bewegende Reise beginnt.
Meine Meinung:
Antonia Michaelis hat wiedermal eine absolut berührende und beeindruckende Geschichte zu Papier gebracht. Von Anfang an ist man in Lions Leben in seinen Gefühlen und Gedanken gefangen und teilweise fällt es wirklich schwer, weiter zu lesen. Aufhören kann man aber auch nicht. Man kommt nicht ohnehin, an die vielen Kinder zu denken, deren Verletzungen einem „Treppensturz“,  „Sportunfall“ oder ähnlichem, geschuldet sind. Und das sind (verdammt noch mal) viele.
Einem Thema, wie häusliche Gewalt, auf diese Weise zu begegnen, mutet bisweilen vielleicht erstmal seltsam, oder ein bisschen befremdlich an, ist jedoch auch unglaublich verinnerlichend und wirkungsvoll. Im Grunde müsste dieses Buch prophylaktische Pflichtlektüre für alle Eltern werden, damit sie sich rechtzeitig vor den schwarzen Königen und Königinnen schützen und verschließen können.
Viel mehr kann ich zu „Die Worten der weißen Königin“ gar nicht sagen. Ich bin ziemlich Sprachlos, denn die Worte, die dieses Buch verdient hätte, muss ich erst noch suchen gehen. 
Mein Respekt gilt Frau Michaelis, die den Mut bewiesen hat, auch solche Themen, äußerst gefühlvoll und dennoch in aller Härte, zu behandeln. 
Fazit:
Ein Buch für „Kinder“, Jugendliche, Eltern und alle die, die in irgendeiner Form mit Kindern zu tun haben - also für alle.
Ein Buch das warnt, tröstet, Mut macht, an die eigene Willenskraft appelliert und stärkt. 



Bewertung



Freitag, 27. Januar 2012

Der Märchenerzähler - Antonia Michaelis



Hallo liebe Leser,
Wenn ich richtig informiert bin, gibt es bislang dieses Jahr kein neues Buch von Antonia Michaelis und deshalb unterbreche ich heute mal meine Serie: -Alt-Rezension, weil neues Buch im Anmarsch- :-)
Heute stelle ich euch mein "Lieblingsbuch" vom letzten Jahr vor. Das Buch, was mich am meisten berührt hat und mir am längsten im Kopf rumgespukt ist.



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 Der Märchenerzähler - Antonia Michaelis


448 Seiten · gebunden
Empfohlen ab 14 Jahre
ISBN-13: 978-3-7891-4289-5
Erschienen im Februar 2011
Preis: 16,95 €
Oetinger-Verlag







Kurzbeschreibung:
Abel Tannatek ist ein Außenseiter, ein Schulschwänzer und Drogendealer. Wider besseres Wissen verliebt Anna sich rettungslos in ihn. Denn es gibt noch einen anderen Abel: den sanften, traurigen Jungen, der für seine Schwester sorgt und der ein Märchen erzählt, das Anna tief berührt. Doch die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen. Was, wenn das Märchen gar kein Märchen ist, sondern grausame Wirklichkeit? Was, wenn Annas schlimmste Befürchtungen wahr werden? 


Meine Meinung:
Poetische Leichtigkeit - schmerzhaft schön!
Mir ist absolut schleierhaft, wie ich dieses Buch rezensieren soll - wo ich die Worte finden kann, die halbwegs passend wären.
Mir scheint aber, mit dieser Suche stehe ich nicht alleine da, denn beim Klappentext fehlten auch jemandem die richtigen Worte, um deutlich zu machen, mit welcher Art von Buch man es hier zu tun hat.
Zum Inhalt möchte ich gar nicht groß was sagen, denn man muss einfach selber in diese „märchenhafte“ Inselwelt eintauchen, den harten Landwind spüren und dem Sog des überschäumenden Meeres standhalten.
So ähnlich könnte ich die Märchenwelt beschreiben, die Abel seiner kleinen Schwester Micha stückchenweise erzählt. Die Realität lauert jedoch hinter jeder Ecke und man spürt sie bedrohlich im Nacken.
Sozialkritische Themen werden dem Leser in wunderschönen, poetischen Erzählungen nahegebracht ohne jedoch verharmlost zu werden. Ganz im Gegenteil. Gerade die schönen Worte ebnen den Weg, auch die unschönen Dinge deutlicher wahrnehmen zu können und zu müssen. So ein bisschen wie der Wolf im Schafspelz schleicht sich die Geschichte unter die Haut. Jeder Satz, jede Szene und jedes Kapitel hinterlässt Puzzleteile, die sich Stück für Stück zu einem Ganzen zusammen setzen und eine Menge Stoff zum Nachdenken freisetzen ... und für ein paar Tränen.
Irgendwie bin ich auch immer noch total überwältigt, warum gerade mir dieses Buch so gut gefallen hat, denn hier häuft sich eine Vielzahl an Dingen, die ich eigentlich gar nicht leiden kann. Da wären zum Beispiel Wiederholungen. Der Märchenerzähler strotzt geradezu vor Wiederholungen; und ich liebte sie - ja, manchmal hab ich sie mir sogar herbeigewünscht. Auch die poetische Sprache über eine ganze Buchlänge ist normalerweise nicht meins - hier hätte ich noch zig Seiten mehr lesen können. 
Relativ früh wusste oder ahnte ich zumindest, was „eigentlich“ erzählt werden soll. Das war alles vollkommen egal, denn es passte einfach alles so gut zusammen, dass die Sachen, die mich normalerweise stören absolut nebensächlich wurden - einfach weggezaubert.


Fazit:
Eine tiefgründige Geschichte, bittersüß und „märchenhaft“ real! 


Bewertung




Donnerstag, 26. Januar 2012

Leider habe ich noch nicht herausgefunden, wie man einem Post mehrere Links verpassen kann, sodass man wie z.B. im letzten Post die Rezensionen getrennt in die Rezensionsliste einsortieren kann. Und, dass das Anschreiben von den Rezis getrennt bleibt (also nicht auch in der generellen Rezension auftaucht) :-(
Vielleicht kann mir da ja mal jemand ein Tipp gebe. Würde mich freuen.

Der Trakt / Das Wesen




Hallo liebe Leser,
nachdem nun auch der neue Roman von Arno Strobel "Das Skript" erschienen ist, gibt es von mir zunächst die "Alt-Rezensionen" zu "Der Trakt" und "Das Wesen"




Der Trakt



  • Taschenbuch: 359 Seiten
  • Verlag: Fischer; Auflage: 6 (1. April 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3596186310
  • Preis: 8,95 €



  • Kurzbeschreibung:
    »Und wer bist du wirklich?«
    Der Weg durch den nächtlichen Park, der Überfall – all das weiß sie noch, als sie aus dem Koma erwacht. Ihre Erinnerung ist völlig klar: Sie heißt Sibylle Aurich, ist 34 Jahre alt, lebt mit Mann und Kind in Regensburg. Sie scheint fast unversehrt. Und doch beginnt mit ihrem Erwachen eine alptraumhafte Suche nach sich selbst. Zwar hat Sibylle ihr Gedächtnis behalten, die Welt aber hat offenbar die Erinnerung an Sibylle verloren: Ihr Mann kennt sie nicht, von ihrem eigenen Hochzeitsfoto starrt ihr das Gesicht einer Fremden entgegen, und niemand hat je von ihrem Sohn Lukas gehört! Wurde er entführt? Hat er nie existiert? Und wem kann sie überhaupt noch trauen?
    Meine Meinung:
    Wer ist Sybille Aurich?
    Leider muss ich zugeben, dass diese Dame für mich mit fortschreitender Story immer gesichtsloser wurde. 
    Der Anfang, den ich bereits anhand der Leseprobe kannte, versprach eine geheimnisvolle, spannende Geschichte. Eine ganze Weile wurde diese Spannung auch beibehalten. Der Schreibstil, den ich als angenehm und gefällig empfand, hat mich Stück für Stück weiter in die Geschichte gezogen, bis irgendwann eine Art Cut entstand. 
    Die Perspektivenwechsel häuften sich und waren zum Teil einfach zu kurz, als dass ich genügend Zeit gehabt hätte mich gebührend in die jeweilige Person einzufinden. Dieses Hin und Her war für mich leider ein kleiner Gefühlskiller. 
    Während ich zu Anfang noch Mitleid mit Sybille empfinden konnte, waren mir ihre Gefühle gegen Ende der Geschichte schon fast egal. Das mag daran gelegen haben, dass Hans sich emotional immer weiter bei mir in den Vordergrund gedrückt hat, was meiner Meinung aber auch nur gelingen konnte, weil Sybille immer blasser und teils sogar richtig nervig wurde. Ihre Verzweiflung, die Unsicherheit, ihre Ausraster und naiven Erklärungsversuche für das, was ihr widerfahren ist, haben sich einfach zu oft wiederholt, ohne, dass sie daraus einen Nutzen gezogen hätte.
    Rosie hat mir ganz gut gefallen. Bei ihr hätte ich mir lediglich ein paar zusätzliche Informationen gewünscht, um ihre Reaktionen am Schluss realistischer wirken zu lassen.
    Fazit:
    Nichtsdestotrotz habe ich das Buch sehr gerne gelesen, und als Geld oder Zeitverschwendung würde ich es keinesfalls bezeichnen. Eher als nette Unterhaltung mit kleinen Schwächen.


    Wertung






Das Wesen


  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1 (11. November 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3596186327
  • Preis: 8,95 €





Kurzbeschreibung:
Ein kleines Mädchen stirbt, und der Hauptverdächtige wandert in den Knast – unschuldig? 15 Jahre später: Wieder verschwindet ein Kind, und der Albtraum beginnt von vorn – für die Ermittler und den Täter von damals.
Ein verurteilter Psychiater und ein besessener Kommissar – ein erbittertes Psychoduell um Schuld und Rache

Meine Meinung:"
Das Wesen“ ist nach „Der Trakt“ der zweite Roman, den ich von Arno Strobel gelesen habe und ich muss sagen, „Das Wesen“ gefällt mir besser. Obwohl „Der Trakt“ jetzt nicht schlecht war, so hatte ich doch den Eindruck, dass im Nachfolgeroman der ein oder andere Fehler bereits im Vorfeld ausgemerzt wurde. Ich bin mir aber sicher, dass Herr Strobel sich noch weiter steigern kann und ich demnächst dann auch endlich die fünf Sterne vergeben kann :-)
Die Geschichte beginnt in zwei Zeitebenen, was mir sehr gut gefallen hat, denn so konnte man gleich von Anfang an in die Story eintauchen und kräftig mit ermitteln. Etwas schade finde ich, dass man die Entwicklung von Seifert und Menkhoff nicht wirklich rauslesen konnte. 15 Jahre sollten doch etwas deutlicher zu spüren sein. 
Die Story an sich ist sehr spannend und weitgehend auch realistisch, nachvollziehbar. Der Schreibstil passt und ist den Personen angemessen nicht zu blumig oder sonst irgendwie ausschweifend. Vieles beschränkt sich wirklich auf das Wesentliche, was ich persönlich gerne mag. Auch die kurzen Kapitel treiben den Leser immer weiter voran und halten die Spannung auf einem hohen Level. Es fällt schwer, das Buch zur Seite zu legen. 
Ein kleiner persönlicher Wermutstropfen ist  für mich meistens der Schluss - hier leider auch wieder. Ohne das Ende zu verraten, was mir von der Idee her gut gefallen hat, geht es mir um die Art und Weise, wie es dazu kommt. Ich mag es nicht, wenn der/die Täter/in am Schluss alles auflöst, um den Kriminalisten noch mal schnell eins reinzuwürgen. Das gibt es meiner Meinung nach viel zu oft, auch wenn es im Grunde sehr menschlich ist, aber ich würde mir öfters mal eine andere Lösung wünschen.
Fazit:
Für Krimi- und Thrillerfans ein durchweg lesenswertes und empfehlenswertes  Buch.

Wertung





Mittwoch, 25. Januar 2012


Hallo liebe Leser,
gestern Abend gab es für mich eine wunderbare Überraschung und ich weiß immer noch nicht so richtig, was ich sagen soll, außer: Ich freue mich riesig!!!
Warum, wollt ihr wissen?
Seht selbst


Ich hoffe, man kann es erkennen :-)
Im Dezember-Newsletter hatte Arno Strobel einen interessanten Charakter für einen Gastauftritt in seinem neuen Thriller ("Der Sarg") gesucht/verlost. Und gestern Abend gab es den neuen Newsletter und was sehe ich dort?
Ich ... äh nein, nicht ich, sondern "Dagger" hat gewonnen.
Ich bin total gespannt, wie "mein Rocker" sich schlagen wird :-)
Aber nun heißt es erstmal abwarten.


Dienstag, 24. Januar 2012

Über mir der Himmel - Jandy Nelson






                                                                                                                            
Originaltitel: The Sky is Everywhere
Originalverlag: Penguin USA
Übersetzt von Catrin Frischer
       Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
       Deutsche Erstausgabe
       Sprache: Deutsch
       Erschienen: 23. August 2010
       ISBN-13: 978-3570138779
       Empfohlenes Alter: 12 - 13 Jahre
       Preis: 14,95 €
Verlag: cbj 
Die Autorin:
Jandy Nelson hat Lyrik und kreatives Schreiben mit dem Schwerpunkt Kinder und Jugendliteratur studiert. Nach ihrem Studium war sie viele Jahre lang als literarische Agentin tätig und veröffentlichte nebenher erste Gedichte. „Über mir der Himmel“ ist ihr erster Roman. Jandy Nelson lebt und arbeitet in San Francisco.
Kurzbeschreibung:
Dieses Buch erzählt die Geschichte der siebzehnjährigen Lennie Walker, die bis vor vier Wochen ein relativ unbeschwertes Leben als kleine Schwester geführt hat. Mit dem Tod ihrer zwei Jahre älteren Schwester Bailey verändert sich alles. Wie soll sie allein weiterleben? Wie mit ihrer Trauer umgehen? 
Vollkommen aus der Bahn geworfen kapselt sie sich zunächst von allem ab. Will und kann mit niemandem reden. Ihre Mutter, die vor sechzehn Jahren abgehauen ist, scheidet sowieso aus, und ihre Großmutter und Onkel Big, bei denen sie wohnt versuchen zwar alles mögliche, dringen aber nicht zu ihr durch. Erst bei Toby, der fataler Weise Baileys große Liebe war, findet sie Trost, denn er liebte Bailey genauso, wie sie selbst. Zu ihrer Trauer gesellen sich nun auch noch Schuldgefühle. Als dann auch noch Joe, ein neuer Schüler und leuchtender Stern, an ihrer Schule, auftaucht ist das Chaos perfekt.
Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich mit einer großen Portion Skepsis an dieses Buch herangegangen bin. Ein Thema wie dieses in der ICH-Perspektive und dann auch noch im Präsens zu lesen ... erschien mir schwierig. 
Die ersten Seiten haben mich jedoch schon überzeugt, dass Jandy Nelson hier einen wunderbaren Debütroman abliefern wird, und, dass sie genau weiß was sie tut.
In einer exzellenten Sprache fließen die Worte nur so dahin und lassen den Leser von Seite zu Seite schwebend an Lennies Gefühlen teilhaben - in sie eintauchen. Es entstehen Bilder, von wunderschönen Metaphern untermalt. 
Wenn man ab und an mal einen Satz zweimal liest, dann nicht, weil der Schreibstil eventuell stockend oder unrund ist, sondern weil man sich einige Bilder einfach öfter anschauen möchte.
Lennie ist chaotisch, traurig, sensibel, wütend, verwirrt, verliebt ... All das wird absolut einfühlsam und glaubwürdig rübergebracht. Es macht einfach Spaß, sie auf ihrem schwierigen Weg, zu sich selbst, zu begleiten. Mit ihr, all die Höhen und Tiefen zu erleben. (Auch wenn es zeitweise ziemlich traurig ist)
Sehr schön finde ich auch die Gedichte, die Lennie zu jedem Kapitel auf die kuriosesten Dinge schreibt und dann versteckt, an Bäume hängt oder wegwirft (Sowas in der Art hat doch jeder schon mal gemacht, oder?). Ich habe mich (deshalb) gefragt, was am Ende mit all diesen Gedichten passiert und gehofft, dass meine Erwartung nicht enttäuscht wird. Wurde sie nicht! :-)
Zwar ist „Über mir der Himmel“ als Jugendbuch (Alter 12-13 Jahre) deklariert, ich kann es jedoch durchaus auch älteren Lesern empfehlen. Sei es drum, sich zu erinnern, wie man selber in dieser Zeit mit all seinen Gefühlen umgegangen ist.
Dieses Buch hat mich sehr berührt, und weil ich weiß, dass problembehaftete Geschichten es bei den Jugendbüchern nicht immer leicht haben, möchte hier noch einmal besonders darauf aufmerksam machen.
Fazit:
Eine zauberhafte Geschichte über Tod, Trauer, erste Liebe und Hoffnung, die besonders den jungen Lesern deutlich macht, dass man in Extremsituationen durchaus auch mal extrem reagieren kann und darf, und, dass manche Situation es sogar vermag, aus einem Beistellpony ein Rennpferd hervorzubringen. :-) 


Wertung