Mittwoch, 21. März 2012

Fische füttern - Fabio Genovesi




Fische füttern - Fabio Genovesi



Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover); 
Auflage: 1 (16. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3785724453
Originaltitel: Esche Vive
Preis: 19,99 €





Kurzbeschreibung:
Fiorenzo träumt von der großen Liebe und will mit seiner Band berühmt werden. Tiziana hat nach einem Studium im Ausland hochfliegende Pläne. Mirko ist ein Ass auf dem Rennrad und macht sich Hoffnungen auf eine Profikarriere. In einem kleinen Dorf in der toskanischen Provinz treffen die drei durch einen Zufall aufeinander und erleben einen Sommer, der ihr Leben für immer verändern wird. Mit Humor, Ironie und Weisheit zeigt Fabio Genovesi, wie seine Helden ihren Platz im Leben finden. Er erzählt von Freundschaft, erster Liebe und Enttäuschung, von Musik, Radsport und Angelei - und davon, dass die besten Dinge oftmals gerade dann geschehen, wenn man sie am wenigsten erwartet.
Meine Meinung:
Hier habe ich mal auf die Kurzbeschreibung des Verlags zurückgegriffen, denn ich finde sie (ausnahmsweise) sehr passend, auch wenn man sich im Vorfeld nicht wirklich vorstellen kann, was auf einen zukommt.
Fabio Genovesi beschreibt liebevoll, unkonventionell, ironisch und mit einer guten Portion Humor das Leben seiner Protagonisten im kleinen Dorf Muglione, ohne dabei die traurigen und alltäglichen Aspekte zu vergessen oder zu verunglimpfen. 
Wir erfahren, wie Fiorenzo in jugendlichem Leichtsinn seine Hand verliert, wie Tiziana, die eigentlich den Absprung aus dem „miefigen“ Dorf geschafft hatte, wieder zurück kehrt und wie Mirko der kleine, zugezogene Rad-Champion auf der Suche nach sich selbst ist.
Mit beeindruckenden Sätzen wie z.B.:“Wo ich bin, sind Engel blind, aber verdammt noch mal, ich bin nicht kaputt zukriegen.“(eine Aussage von Fiorenzo) hat mich der Autor eigentlich überzeugt. Der Schreibstil ist bewegend und regt zum Nachdenken an - das aber auf eine unbeschreiblich unbeschwerte, teilweise auch subtile Art. Es gibt weitere wunderschöne Metaphern, die ihr aber selber entdecken solltet.
Anhand vieler Kleinigkeiten wird das Temperament und die Mentalität der Bewohner dieses kleinen fiktiven Dorfes anschaulich und deutlich. 
Wenn z.B. die „Alten“ sich im Jugendzentrum treffen, weil dort eh keine Jugendlichen auftauchen, oder sie sich mit ausgedachten Geschichten bei der Presse wichtig machen, um sich den langweiligen Alltag zu versüßen.
Alles greift letztendlich ineinander und ergibt am Ende des Buches einen Sinn.
Besonders gut hat mir das Verhältnis von Fiorenzo zu Mirko gefallen. Das war wirklich ein schwieriges Unterfangen, aber es ist dem Autor gelungen, beide glaubwürdig erscheinen zu lassen und den Figuren das ganz gewisse Etwas zu verleihen. All zu viel möchte ich an dieser Stelle aber nicht über die beiden verraten.

Fazit:
Italienisches Dorfleben wie ich es mir vorstelle. Liebevoll, aufmüpfig, mit vielen lauten, aber auch ganz viele leisen Tönen. 


Bewertung

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